Schwangere sollten rohe Sprossen meiden

Auf leicht verderblichen Lebensmitteln befinden sich die sogenannten Listerien in hoher Zahl. Diese sollten Schwangere aber in jeden Fall meiden, da sie Infektionen auslösen können. Sprossen werden oft schon einige Tage vor dem Verzehr abgepackt, daher haben Keime viel Zeit sich freudig zu vermehren.

Die abgepackten Sprossenbehältnisse bieten das beste Milieu für Keime aller Art. Nicht nur Listerien, sondern auch andere Erreger können in hoher Konzentration vertreten sein, sodass schwangere Frauen Sprossen nur in erhitzten Zustand zu sich nehmen sollten.

Auch bei selbst gezogenen Sprossen kann eine höhere Keimbelastung bestehen, daher sollte man auch auf diese ganz verzichten. Bei Kontakt mit anderen Lebensmitteln können die Keime auf diese übergehen. Es wäre also auch nicht empfehlenswert, die Sprossen aus einem frischen Salat zu zupfen, da dieser schon befallen sein könnte.

Sojasprossen in chinesischen Gerichten

Bei chinesischen Gerichten wie gebratene Nudeln mit Gemüse sind häufig Sojasprossen / Mungobohnensprossen zu finden. Diese sind wie das restliche Gericht ausreichend erhitzt worden. So können die enthaltenden Sojasprossen ohne Bedenken verzehrt werden, da alle Keime abgetötet wurden.

Was sind Listerien und wo kommen sie vor?

Bakterien auf SprossenBakterien wie die Listerien sind fast an jedem Ort zu finden. Übertragen werden sie aber hauptsächlich durch Rohmilch, rohes Fleisch und andere leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Weichkäse oder vorgefertigte Salate.

Wenn eine Erkrankung stattfindet, äußert sie sich in Symptomen, ähnlich eines grippalen Infektes. Mäßiges Fieber (> 38 °C), Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sind ebenso möglich wie eine Magen-Darm-Infektion.

Bei der Gewinnung oder Verarbeitung der Lebensmittel gelangen die Listerien auf die Nahrung. Aber auch eine unhygienische Handhabung beim Öffnen der Packung kann zur Ansiedlung der Keime führen. Insbesondere Sahne, Frischkäse, Feinkostsalate oder Sprossen sind davon betroffen. In größeren Mengen kommen Listerien auf pflanzlichen Lebensmitteln relativ selten vor. Meist ist die Oberfläche von Frischgemüse wie Kopfsalat oder verzehrfertigen Salaten befallen.

BfR Stellungsnahme zu Keimen in Sprossen

Am 09. Mai 2011 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine aktualisierte Stellungsnahme zu frisch verpackten Sprossen und küchenfertigen Salatmischungen abgegeben.

Es wurde festgelegt, dass frische Sprossen und verzehrfertige Salatmischungen aus der Tüte zu den leicht verderblichen Lebensmitteln gehören. Bei ihnen besteht die Möglichkeit eines schnellen, mikrobiellen Verderbs, selbst wenn die gekühlt aufbewahrt worden. Auch die Kontamination mit krankheitserregenden Keimen wie Salmonellen, Listerien, E.coli-Bakterien und Viren, etwa Norovieren, kann gegeben sein.

Sollten diese Mikroorganismen die Lebensmittel befallen haben, können diverse Lebensmittelinfektionen in unterschiedlicher Schwere und verschiedenen Symptomen, zum Beispiel Magenverstimmungen, blutigen Durchfällen, Übelkeit oder Nierenfunktionsstörungen hervorgerufen werden.

Innerhalb einer Studie im Jahr 2009 wurde anhand von 59 Einzelstudien festgestellt, dass fertig verpackte Sprossen, eine schnelle Keimbildung nach wenigen Tagen förderten. Am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums war sogar eine sehr hohe Keimbelastung vertrete, sodass frische Sprossen zu einer Infektionsgefahr für den Menschen werden können.

Quellen

Hohe Keimbelastung in Sprossen und küchenfertigen Salatmischungen
Aktualisierte Stellungnahme Nr. 017/2011 des BfR vom 09. Mai 2011