Die Kulturpflanze Amaranth gibt es schon seit Jahrtausenden und war schon zur Zeit der Inkas und Azteken deren Hauptnahrungsmittel. Zuhause ist Amaranth in wärmeren Regionen der Welt zum Beispiel Steppen und Ödland. Es gibt 60-70 Arten von Amaranth, die sich über den ganzen Globus verteilen. Schon alleine Amerika findet man 38 verschiedene Arten des Amaranthes. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, da Mittelamerika, speziell die Anden, das Ursprungsland von Amaranth ist.

Der Grund, warum Amaranthkeimlinge als Nahrungsmittel in Vergessenheit geraten ist, liegt im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit verboten die Spanier den Inkas, Azteken und Mayas Amaranth zu verwenden, da mit Amaranth eine religiöse Verbindung einherging, welche auf mit der Opferung von Menschenblut zu tun hatte. Die Verwendung von Amarant hatte die Todesstrafe zur Folge. Dieses Verbot führte teilweise auch dazu, dass Millionen von Indios sterben mussten, da es keine Versorgungsgrundlage mehr für sie gab.

Der Amaranth als Nahrungsmittel ist jedoch nicht mit dem roten Farbstoff Amaranth zu verwechseln, der als Lebensmittelfarbe dient.

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Ist Amaranth ein Getreide?

Amaranth ist biologisch gesehen kein wirkliches Getreide, wird jedoch des Öfteren als solches bezeichnet, da es wie Getreide verwendet werden kann, dabei jedoch viel mehr wertvolle Inhaltsstoffe ausweist. Amaranth gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen bzw. Gemüsegewächsen und wurde von den Inkas als Getreidevariante gezüchtet. Hierzulande werden die Samen der Amaranth-Pflanze als Amaranthsprossen und deren Saatgut angeboten, die wie Hirse aussehen.

Amaranth hat einen hohen Nährwertgehalt

Die unbekannten Amaranthsprossen beinhaltet vor allem viele Inhaltsstoffe, die in der sonstigen Ernährung sonst zu kurz kommen. Im Gegensatz zum Vollkorngetreide hat Amaranth ein Drittel mehr Ballaststoffe und Zink anzubieten und doppelt so viel Eisen. Kohlenhydrate sind im gleichen Maß vorhanden wie Ballaststoffe. Auch die Mineralien Calcium und Magnesium sind in einer außerordentlichen Menge enthalten und bereichern, wie der oft mangelhaft auftretende Stoff Lysin, jede Mahlzeit und können sich gesundheitlich positiv auswirken.

Zudem beinhalten Amaranthkeimlinge viele der essenziellen Aminosäuren bzw. Eiweiße, die der Körper braucht. Das in Amaranthsprossen enthaltene Fett besteht aus 70% aus ungesättigten Fettsäuren, worunter sich Linolsäuren und Omega-3 Fettsäuren befinden. Im Durchschnitt enthält Amaranth also einen weit höheren Nährstoffwert als das herkömmliche Getreide und wirkt sich durch die ausgewogene Kombinierung der verschiedenen Inhaltsstoffe positiv auf den Körper aus. Dabei ist der Kaloriengehalt den traditionellen Getreidearten ähnlich.

Achtung beim Verzehr von Amaranth

Es gibt jedoch eine Gegenanzeige zu Amaranth: Er enthält sogenannte Gerbstoffe, die die Nährstoffaufnahme des Körpers hemmen kann. So werden bei der Verdauung zum Beispiel Proteine, Vitamine und Spurenelemente nicht richtig aufgenommen. Aus diesem Grund sollten Säuglinge und Kleinkinder unter einem Jahr kein Amaranth essen, da ihr Körper mit dieser Beeinträchtigung nicht umgehen kann.

Amaranth ein Ersatz für Gluten-Allergiker

Da es sich bei Amaranth nicht um ein Getreide handelt, ist er glutenfrei. Gluten ist ein Eiweiß, welches in unseren Getreidesorten enthalten ist und bei einigen Menschen Unverträglichkeiten auslösen kann. Aufgrund dessen sind die glutenfreien Samenkörner des Amaranthes auch für Glutenallergiker zu genießen und bieten eine alternative Nahrungsquelle.

Wo kann man Amaranthsamen kaufen?

Die Amaranthsamen werden seltener als anderes Keimling-Saatgut zum Kaufen angeboten und ist schwer zu finden. Jedoch kann man ihn öfter in Bio-Läden finden und seltener in großen Supermärkten. Die Samen des Amaranthes sind oft bei anderen Körnern, wie Sonnenblumenkernen, zu finden. Diese findet man entweder in naturbelassener Form oder als Müslivariante in Form von Amaranth-Pops. Ebenfalls gibt es Müsli mit getrockneten Amaranth-Sprossen zu kaufen.

Die guten Eigenschaften des Amaranthes

Wie man durch den hohen Nährstoffgehalt schon erahnen dürfte, werden ihm gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Der hohe Eisengehalt wirkt unterstützend bei einer Eisenmangelerkrankung oder bei einer Schwangerschaft. Amaranth soll die Leistungsfähigkeit des Körpers erhöhen. Auch soll er chronische Kopfschmerzen und Magen-Probleme lindern und bei Schlafstörungen eine beruhigende Wirkung erzielen. Der Calciumgehalt des Amaranthes ist zusätzlich gut für Sportler.

Anbau des Amaranthsamen

Generell ist Amaranth eine recht genügsame Anbaupflanze, da sie mit relativ wenig Wasser auskommt und keine besonderen Ansprüche an den Boden stellt. Aus diesem Grund verwuchert die eigentliche Zierpflanze in der freien Natur oft. Trotz dieser Anspruchslosigkeit ist Amaranth eine produktive Pflanze und keimt ausreichend schnell. Amarant in Sprossen Form blieb bisher recht unbehandelt, da sie sehr unbekannt ist.

Um Amaranth-Sprossen zu züchten, ist nicht viel gefordert. Die Samen des weißen Amaranths sind kommerziell erhältlich und wächst in wenigen Tagen zu Keimlingen heran. Für Grünkraut muss man der Pflanze ein paar Tage mehr Zeit lassen. Da die Samen von Amaranth sehr fein sind, sollte man als Keimunterlage sinnvollerweise Küchenkrepp oder Ähnliches verwenden, da sonst die Samen durch die Löcher der Keimschale durchsickern. Durch das Küchenkrepp kann Gießwasser aufgesogen werden, sodass die Samen an ihren Plätzen bleiben.

Vielseitige Verwendung von Amaranth

Die Amaranthpflanze kann im Großen und Ganzen sehr vielseitig eingesetzt werden. Beim ausgewachsenen Amaranth aller Arten können die Blätter als Gemüse gegessen werden, zum Beispiel als Salat oder Suppenbeilage. Die Samen können oft in Form von Pops im Müsli zu sich genommen werden. Auch werden sie in der heutigen Industrie in passend verarbeiteter Form in Baby- und Kindernahrung eingearbeitet. Als Zumischung finden sie in Broten und anderem Gebäck, Nudeln, Fast-Food, Riegeln und Snacks Verwendung. Reis kann sich damit sowohl herzhaft als auch süß zubereiten lassen.

Diese immense Vielfalt an Verwendungs-Möglichkeiten kann man sowohl dem typischen leichten nussigen Geschmack zuschreiben als auch der einfachen Zubereitung mit der geschroteten oder gemahlenen Form des Amaranthes. Für das Backen zu Brot ist Amaranth nur eingeschränkt, wie schon gesagt als Zumischung verwendbar, da das nötige Klebereiweiß für das Backvolumen nicht in Amaranth vorhanden ist. Zurzeit wird auch mit trinkbarem Amaranth experimentiert, indem man den Versuch gestartet hat, ein glutenfreies Bier zu erschaffen.

Steckbrief

NameAmaranth, Amarant
Name (Latein)Amaranthus, Syn.: Acanthochiton Torrey
Wässern1-2 Mal täglich
Einweichdauer6 Stunden
FaserwurzelnNein
Erntezeit6-7 Tagen
Roh verzehrbarJa
Genießbare TeileGrünkraut
ZusatzangabeDie Samen sind sehr klein und können das Keimgerät verstopfen bzw. durchfließen. Daher sollte Vlies oder Küchenkrepp benutzt werden.