Geschichtlicher Hintergrund von Rettich

Rettichsprossen sind schon seit 5000 Jahren bekannt. Ihr Ursprung liegt im asiatischen Raum, vor allem in China und Japan. Von dort aus verbreitete Rettich sich in die ganze Welt. 2700 v. Chr. wurde er im Mittelmeergebiet entdeckt. Reliefs in den Cheopspyramiden weisen auf ihr Vorkommen in Ägypten hin.

Der griechische Gott Apoll wurde mit Rettich angebetet, da die Griechen diesen sehr schätzten. Sowohl bei den Griechen als auch bei den Römern wurden die Wurzel von Reichen und die Blätter von den Armen verzehrt. Mit den Römern kam die rübenähnliche Frucht auch nach Deutschland, wo sie vor allem in Bayern verehrt wird. Heutzutage ist die Kultivierung von Rettich in der ganzen Welt zu finden.

Rettich-Keimsaat für eigene Sprossen kaufen

Sprossen-Keimsaat Daikon RettichDie Keimsaat für Rettichkeimsprossen kann man hin und wieder in Reformhäusern oder Supermärkten kaufen. Im Internet sind jedoch viele Möglichkeiten geboten, diese zu bestellen. Zudem gibt es hier eine größere Auswahl an verschiedenen Herstellern und Saatgut zu kaufen.

Rettichsorten

So gibt es beispielsweise den Daikon Rettich, ein Riesenrettich, der im asiatischen Raum üblich ist, oder den schwarzen Rettich. Alle haben unterschiedliche Geschmäcker, die ausprobiert werden können.

Tabelle: Rettich-Keimsaat zum Keimen im Internet bestellen
Der ShopProdukte
AmazonGermline Bio Daikon Rettich, 150g
So gut! Rettich Keimsaat - Bio - 100 g
Kiepenkerl Keimsprossen Bio Daikon-Rettich, Bio, 95g
KeimlingBio Rettich-Keimtsaat 500 g

Allgemein Wissenswertes

Der Rettich gehört zu der Familie der Kreuzblütler, in der es etwas zehn Arten gibt. Rettich gehören zu den mehrjährigen Pflanzen und sind krautige Gewächse mit Blättern, wobei sich bei manchen Arten auch eine Rübe ausbildet. Der Same ist braun-rot und kugelförmig. Die Rübe ist vielfältig in ihrer Form; rund, rübenförmig, lang oder halblang. Auch die Farben sind unterschiedliche: weiß, rot, schwarz, violett, grau oder braun.

Inhaltsstoffe im Rettich

Rettich besteht aus 37% Öl, welches ein schwefelhaltiges ätherisches Öl mit hohem Senföl-Anteil ist. Proteine sind mit 2% vertreten, Fett gibt es nur in minimalen Anteilen (0,2%). An Vitaminen sind A, B1, B2 Niacin und viel C enthalten. Zudem gibt es im Rettich 4% Kohlenhydrate.

Außerdem enthält er an Mineralien Kalzium, Phosphor, Natrium, Kalium, Eisen und Magnesium. Neben Bitterstoffen und Scharfstoffen (im Senföl) sind noch Enzyme und Hormone mit Inbegriffen.

Durch die Chlorophyllbildung im Wachsprozess vermehren sich die Inhaltsstoffe allgemein sehr rasch. Bitterstoffe und ätherische Öle gewinnen an ihrer gesundheitlichen Wirkung mit fortlaufender Keimung. Der Rettichsamen erhält durch sein Wachstum mehr Heilkraft und gesundheitliche Relevanz.

Gesundheitliche Wirkung der Rettichsprossen

Vor knapp 200 Jahren erkannten schon europäische Ärzte den Nutzen des Keimlings als Vitamin C Lieferant im Kampf gegen Skorbut. Gesund ist Rettich allemal. Auch Soldaten im Zweiten Weltkrieg ernährten sich von Rettich zum Schutz vor der Mangelerkrankung. Der Grieche Dioskurides sagte zum Rettich es mache dünn, säubere und öffne.

Jacobus Theodorus erklärt in seinem Kräuterbuch, Rettich verscheue den Schlaf. Sein Saft sollte abwehrend gegen Insekten und Schlangen wirken. Das Öl lindert Ohrschmerzen und lässt Haare wachsen. Der Saft des schwarzen Rettichs hilft heute noch bei Gallenerkrankungen. Scharfer Rettich kann, lange angewendet, bei Verschleimung der Nebenhöhlen helfen. Die Senföle regen zudem die Verdauung an. Die Inhaltsstoffe der Sprossen sollen sogar krebsvorbeugend sein, wie der der Brokkolisprossen.

Rettichkeimlinge zuhause selber ziehen

Rettich-Keimsprossen kann man im Geschäft kaufen und zuhause selber ziehen. Vorzugsweise wird die Keimsaat in der oberen Etage des Keimgerätes oder im Kresssieb angebaut. Im Folgenden erklären wir die Aufzucht der Rettichkeimsprossen anhand einer Anleitung.

Rettichsprossen selber züchten im Keimgerät

Um Rettichkraut zu züchten, benötigt man ein Keimgerät oder ein feuchtes Tuch als Unterlage. Die Einweichzeit der Samen beträgt 8 Stunden. Die Umgebungstemperatur sollte sich auf 18 - 22 °C belaufen. Wenn die Keimsaat 2-3 Mal täglich besprenkelt wurden, können sie ab dem 7. Tag geerntet werden. Früher geerntet sind die Keimlinge schon früher genießbar.

3 El Saatgut ergeben 1 1/2 Tassen Rettichgrün. Die Züchtung der Keimsaat verläuft ohne besondere Eigenschaften. Schnell entwickeln sich nach dem ersten Keim kleine Blättchen. Wenn man die Rettichsprossen zu anderen Keimsaaten dazugibt, wirken diese sich säubernd auf das Milieu aus und verringern die Schimmel-Gefahr.

Zum Einfrieren ist das Rettichgrün nicht geeignet, jedoch kann man sie bis zu sieben Tagen im Kühlschrank aufbewahren. Allerdings wachsen sie dort auch langsam weiter.

Rettichkeimlinge im Sprossenglas keimen lassen

Da das Grünkraut der Rettichkeimlinge verzehrt wird, können die Sprossen nicht im Keimglas oder Sprossenglas gezogen werden.

Anleitung für Rettich-Keimsprossen im Kressesieb

Auch beim Ziehen der Keimsprossen im Kressesieb müssen diese zunächst 8 Stunden eingeweicht werden. Man nimmt ca. 1 Teelöffel Keimsaat für ein Kressesieb von 12cm Durchmesser. Nachdem die Saat eingeweicht ist, muss diese gleichmäßig verteilt werden. Die Keimsaat nun zwei Mal täglich mit Wasser besprühen. Wurden die Rettichsamen regelmäßig gewässert, sind die Rettichkeimlinge nach 4 – 6 Tagen erntereif.

Rettichkeimlinge selber ziehen und in der Küche verwenden

Durch die ätherischen Öle sind die Rettichsprossen sehr scharf. Daher sind sie nicht sehr geeignet für Menschen mit empfindlichen Magen. Die jenigen sollten Radieschensprossen probieren, sie sind vom Geschmack her etwas milder.

Wenn ihr die Sprossen doch probieren wollt, solltet ihr vorher schon etwas gegessen haben. Auch abkochen macht sie etwas sanfter. Sowohl die scharfen Keimlinge als auch das würzige Grünblättchen schmecken gut auf Brot, mit Käse, mit Eiern und in Salaten.

Man kann Kräuterquark und Gemüsegerichte mit ihnen verfeinern. Ihr scharfer Geschmack wirkt wie ein Gewürz und kann auch Suppen und andere warme Gerichte schmackhafter machen.

Steckbrief

NameRettich, schwarzer Rettich, roter Rettich, weißer Rettich
Wässern2-3 Mal täglich
Einweichdauer8 Stunden
Erntezeitnach 4 – 6 Tagen Keimdauer
Roh verzehrbarJa
Genießbare TeileGrünkraut
Geschmacksehr scharf