Bei Brokkolisprossen wird nun schon seit einiger Zeit vermutet, dass sie hilfreich gegen Krebs sein sollen und vorbeugen können. Nun haben Wissenschaftler der Ohio State University in Columbus / USA in einer Studie belegen können, dass die kleinen grünen Kraftspender wahrhaftig das Wachstum von Blasenkrebstumoren verringern können. Die sogenannten Isothiocyanate sollen daran maßgeblich beteiligt sein.

Was sind Isothiocyanate?

Isothiocyanat ist ein Stoff, der uns in pflanzlichen Verbindungen eher als Senföl bekannt ist. Dies sind schwefel- und stickstoffhaltige, chemische Verbindungen, die aus Aminosäuren gebildet werden.

Als Senföl reichlich vorhanden

Als sekundärer Pflanzenstoff kommt Senföl in verschiedenen Gemüsearten wie Rucola, Senf, Kapuzinerkresse, Chicorée und Kohl vor und sorgen für den scharfen Geschmack. Natürlich ist es auch in Brokkoli vorhanden.

Sulforaphan und Glucoerucin

Von den Hunderten Arten dieses Stoffes spielen in der Studie sowohl Sulforaphan als auch Glucoerucin eine große Rolle.

Wie lief die Studie ab?

Schon im Voraus war bekannt, dass Pflanzen der Kreuzblütlerfamilie, besonders Brokkoli, eine Rolle bei der Verminderung von Blasenkrebsgeschwüren spielten. Daher wurde anfangs untersucht, welche Stoffe die Zellen des Menschen am wenigsten beschädigten.

Sulforaphan und Glucoerucin wurden als potenziell besonders Krebs hemmend und gleichzeitig als zellschonend eingestuft.

Diäten an Versuchstieren

Anhand dieser Erkenntnisse wurden für die erkrankten Versuchstiere spezielle Diäten entwickelt. Verschiedene Gruppen bekamen ihr normales Futter mit Anteilen verschiedener Stoffe zugeführt.

Die Versuchsgruppen

Die jeweiligen Versuchsgruppen bekamen entweder:

  1. 4 % Brokkolisprossen
  2. 2 % Brokkoli Sprossen-Isothiocyanat-Extrakte
  3. Pures Sulforaphan
  4. Glucoerucin ( 295 μmol/kg, im Verhältnis aufgeschlagen zur normalen Diät )

Ergebnisse der Studie

Obwohl alle Gruppen relativ unterschiedliche Nahrungsmittel bekamen, konnte man einen positiven Schluss ziehen. Die Verminderung des Blasenkrebstumors lag zwischen 33 % (pures Sulforaphan) und ganzen 58 % (Glucoerucin). Diese Studie soll in Zukunft folgenden Experimenten als Basis dienen, um vorbeugende Krebsmedikamente entwickeln zu können.

Ergebnisse der Versuchsgruppen

Die Ergebnisse der verschiedenenen Versuchsgruppen:

  1. 42% (p = 0.02)
  2. 42% (p = 0.04)
  3. 33% (p = 0.04)
  4. 58% (p < 0.0001)

Heidelberg war schneller

Die Ergebnisse einer Forschungsarbeit des Universitätsklinikum in Heidelberg brachte schon vorher ähnliche Ergebnisse hervor. Laborversuche zeigten, dass besonders aggressive Tumorzellen des Pankreaskarzinoms empfindlicher auf die Chemotherapie reagierten, wenn vorher eine Behandlung mit Sulforaphan stattgefunden hatte. Weltweit wurden diese Annahmen nun auch bei anderen Krebsarten bestätigt.

Sprossen noch besser als Brokkoli

Weiterhin konnte Heidelberg die Menge des Stoffes Sulforaphan feststellen, die ein etwas 70 kg schwerer Mann benötigt, um einmal gegen die Krankheit vorzubeugen. 25,2 Gramm sind dafür von Nöten. Da Brokkoli durch das Kochen viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe verliert, ist er nicht mehr so effektiv. Hier kommen die Sprossen der Pflanze zum Einsatz. 20 bis 100 Mal mehr können diese beinhalten. Von Vorteil ist, dass sie roh verzehrbar und bekömmlicher für den menschlichen Körper sind.