Reichthaltige Knolle

Kartoffeln sind schon seit langer Zeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel in unseren Breitengraden. Und das mit Recht, denn die Knolle hält von Natur aus wertvolle Stoffe für uns bereit.

Zwar sind nur wenige Kalorien enthalten, dafür liefert sie aber wichtige Stärke, Ballaststoffe und hochwertiges Eiweiß.

Beliebt ist sie auch aufgrund ihres niedrigen Fettgehalts. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sind ebenfalls ein Pluspunkt. Früher galt sie als giftig, da sie vorerst roh verzehrt wurde.

Keime / Sprossen nicht für den Verzehr

In heutigen Tage stellt sich heraus, dass sie gekocht manchmal noch bedenklich sein kann. Auch die Keime der Kartoffeln sind nicht für den Verzehr geeignet. So ist es nicht verwunderlich, dass aus diesen keine Sprossen zum Verzehr gezogen werden können.

Solanin: das natürliche Gift der Kartoffel

Im Normalfall stellt der Verzehr von gekochten Kartoffeln kein Risiko dar. Besondere Umstände allerdings können negativ auf den Körper wirken. Wie wir schon gesagt haben, ist die rohe Kartoffel mit einem natürlichen Gift aufgestattet, dass man Solanin nennt.

Es handelt sich dabei um eine schwer lösliche, leicht bittere Substanz. Diese kann von Hitze nicht zerstört oder vom menschlichen Verdauungsapparat abgebaut werden.

So sollte man nach dem Kochen das Kochwasser wegschütten, da das Solanin nur aus der Kartoffel herausgespült wird aber im Wasser erhalten bleibt.

Das Kartoffelwasser nicht zum Blumengießen oder für andere Gerichte nutzen, da das giftige Solanin nur aus der Kartoffel herausgespült wird und im Wasser bestehen bleibt.

Durchschnittliche Dosis

Der normale Solaningehalt von kühl und dunkel gelagerten Kartoffeln liegt bei fünf bis sieben Milligramm pro 100 Gramm Kartoffel. Diese Konzentration ist für den Menschen kein Risiko.

Überdosis kann tödlich enden

Die als tödlich geltende Dosis von 400 Milligramm wird erst durch einen Verzehr von vier bis zwanzig Kilogramm roher Kartoffeln erreicht.

Ein erwachsener Mensch kann Vergiftungserscheinungen aber schon beim Genuss von geringeren Solaninmengen, etwa 20 bis 25 Milligramm, haben. 500 Gramm unreife grüne oder keimende Knollen haben diesen Effekt. Für Kinder gelten niedrigere Angaben.

Grüne Stellen meiden

Noch junge Kartoffeln weisen nach dem Schälen einige grüne Stellen auf, in denen dieses Gift vermehrt zu finden ist. Diese sollten großzügig abgeschnitten werden.

Ist die ganze Kartoffel ohne Schale grün, empfiehlt es sich, diese wegzuwerfen.

Sprießende Kartoffeln sind ebenfalls nicht gut

Eine erhöhte Konzentration an Solanin weisen auch die Bereiche der Kartoffel auf, aus denen ein Keimling hervortritt. Die sogenannte Vergeilung hilft den, normalerweise unter der Erde liegenden, Kartoffeln an mehr Licht zu kommen und die Photosynthese zu verstärken.

Stark keimende Kartoffeln wegwerfen

Sind die Kartoffeln im Haushalt zu lange gelagert, kann dieser Effekt auftreten. In diesem Falle sollte man die Sprossen großzügig abschneiden oder die Knolle ganz wegschmeißen.

Sinkende Nährwerte

Es wird nicht nur Solanin an diesen Stellen angereichert, sondern auch wichtige Vitamine und Spurenelemente lagern sich in die Sprossen ein, was den Nährwert der ganzen Kartoffeln senkt.

Symptome der Vergiftung

An akuten Vergiftungssymptomen wurden ein Brennen und Kratzen im Hals, Darmentzündungen, Magenbeschwerden, Nierenentzündungen mit blutigem Harn, Fieber, Übelkeit, Brechreiz, Gliederschmerzen, Nierenreizungen und Durchfall verzeichnet.

In schlimmen Fällen einer überhöhten Einnahme von Solanin kann es auch zur Auflösung roter Blutkörperchen, Störungen der Kreislauf- und Atemtätigkeit, Herzrhythmusstörungen und Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen. Solche Fälle treten in Statistiken allerdings selten auf.

Lagerung der Kartoffeln

Für eine optimale Lagerung im Haushalt sollte die Luft trocken sein und eine Temperatur von 4 °C bis 8 °C aufweisen. Ein dunkler Raum mit Luftzirkulation ist von Vorteil.

In dunklen Räumen wird die Vergrünung der Kartoffel vermindert und die Bildung der Giftstoffe gehemmt.

Äpfel und Birnen stoßen das Reife-Gas Ethylen aus und beschleunigen das Keimen und Welken der Knolle. Diese beiden Lebensmittel also getrennt voneinander aufbewahren.

Besitzt man keinen guten Lagerraum für die Kartoffeln, sollte man nur kleine Mengen der Knolle kaufen, die man schnell aufbrauchen kann. So kommt es gar nicht erst zu einem Reifeprozess.

Zusammenfassung richtig lagern

  • Trockene Luft mit 4 bis 8 °C Raumtemperatur
  • Im Dunklem lagern
  • Nicht mit Obst (Äpfel, Birnen, Bananen) lagern
  • Nur kleine Mengen kaufen

Tipps für die Behandlung

Solanin befindet sich überwiegend direkt unter der Schale, in Keimen, Keimanlagen und grünen Bereichen. Sorgfältiges Schälen schränkt meist Gefahr einer übermäßigen Aufnahme des Giftstoffes ein.

Großzügig ausschneiden

Durch großzügiges Ausschneiden der betroffenen Stellen kann eine gesunde und ungiftige Mahlzeit gewährleistet werden. Hat die Knolle mehrere grüne Stellen oder Sprossen, sollte man diese wegwerfen.

Kartoffeln richtig kaufen

Kartoffeln werden im Handel sortenrein, nach Größe sortiert und unter Angabe der Kochtypen zum Kauf angeboten. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass die Kartoffeln keine äußerlichen und erkennbaren Mängel haben.

Eine feste Beschaffenheit, ganze Früchte und gesundes Aussehen spielen dabei eine Rolle. Auf schwere Einschnitte, welke Schale oder einer Oberflächenveränderung ist zu achten.

Kartoffeln mit Keimansätzen sollte man gänzlich meiden. Die Art des Geruches spielt ebenfalls eine Rolle. Denn frische Kartoffeln riechen nicht süßlich oder faulig. Dies zeigt eher deren Verderb an.