Was tun, bei Schimmelbefall?

Ist die Saat einmal von Schimmel befallen, gibt es keine andere Option als die Keimlinge zu beseitigen. Viele suchen nach einer Verwendung für die angeschimmelten Sprossen, uns ist keine bekannt. Bereits aus gesundheitlichen Gründen sollten alle Lebensmittel, nicht nur Sprossen, bei Schimmel in den Müll kommen.

Faserwürzelchen nicht verwechseln

Einige Samen bilden feine Faserwurzeln, diese stellen kein Schimmel dar und sind nicht bedenklich. Beispielsweise trifft man diese bei Senf-, Alfalfa-, Radieschen-, Rettich- und Brokkolisprossen sowie die verschiedenen Getreide wie Weizen.

Trifft man bei seiner ersten Zucht auf diese, kann dies für starke Unsicherheit sorgen. Leider sehen die weißen, pelzigen und flaumigen Faserwurzeln dem Schimmel sehr ähnlich.

Dennoch gibt es markante Unterschiede, die sich jeder Sprossenzüchter merken sollte.

Bilder und Fotos der Faserwurzeln

Schimmel an Sprossen

Schimmel richt eher modrig, wogegen die Faserwurzeln nach der Keimsaat richen z.B. frische und scharf.

Ebenfalls hat Schimmel meist schwarze Punkte, wenn er sich weiter ausbildet. Je nach Saat können diese auch grün oder bläulich werden.

Ist man sich unklar ob ein Schimmelbefall vorliegt, sollte die Keimsaat sicherheitshalber vergeworfen werden, da es sonst gesundheitsschädigende Folgen nach sich ziehen könnte.

Bilder und Fotos des Schimmels

Die anfälligen Sprossen

Einige Samen oder Körner sind besonders anfällig für Schimmel, andere setzten sich standhaft dagegen. Getreide wird nach der Ernte meist entspelzt, dabei wird die äußere unverdauliche Schale des Korns maschinell entfernt. Bei diesem Vorgang kann der Keim des Korns beschädigt werden und dadurch die Keimfähigkeit einbüßen. Folglich sind die betroffenen Körner anfälliger für Schimmel. Da dieser Vorgang bei Gertreide durchgeführt wird, sind Weizen, Roggen, Dinkel oder Hirse anfällige Sprossen für Schimmel. Um dagegen aktiv vorzugehen, können die nicht keimenden Samen händisch entfernt werden, nach dem die überwiegende Zahlen der Samen keimen.

Schleimende Sprossensamen

Da stark schleimende Keimsaat eine gute Keimumgebung erschweren, sind diese auch sehr anfällig. Beispielsweise Leinsamensprossen tendieren zu starken schleimen, aus diesem Grund sollte diese gründlich und regelmäßig gewässert werden. Wird ein Keimgerät genutzt, sollte sicher gestellt werden, dass das Wasser alle Ebenen ordentlich passiert.

Keimgeräte nach Schimmelbefall reinigen

Ist die Saat oder die bereits gekeimten Sprossen beseitigt, muss das Keimgerät gründlich gereinigt werden. Ja nachdem welche Art und Herstellungsmaterialien verwendet werden, muss das Keimgerät anders gereinigt werden.

Keimgerät, Sprossenturm und Keimapperat

Sprossentürme und Keimapperate sind meist aus spülmaschinen beständigen Kunstoff gefertigt. Ob der eigene Sprossenturm spülmaschinenfest ist, kann man in der Bedienungsanleitung bzw. der Verpackung entnehmen. Ist dies der Fall, kann der Keimapperat einfach in der Spülmaschine gereinigt werden.

Nicht spülmaschinen geeignete Geräte

Ist der Sprossenturm nicht vollständig gereinigt oder nicht spülmaschinengeeignet, muss manuell gereinigt werden. Dazu das Keimgerät wie alle anderen Küchenutensilien reinigen. Hartnäkige Ablagerungen mithilfe von Essig desinfizieren. Steckt zwischen den Rillen etwas fest, kann ein Zahnstocher Abhilfe schaffen.

Keimapperate aus Ton

Bei Keimapperaten aus Ton gibt es ebenfalls Unterschiede. Sind die Keimschalen glasiert, kann dies wie die üblichen Küchenwerkzeuge gereinigt werden. Bei offenporige und rauen Keimschalen ist es etwas schwieriger. Dennoch gibt es auch für diese Vertreter einen Weg der Reinigung. Dazu stellt man die betroffene Keimschale in einen großen Topf mit Wasser, der anschließend aufgekocht wird. Anschließend ist die Keimschale für voll funktionstüchtig, für den nächsten Einsatz.

Kressesiebe reinigen

Ist ein Kressesieb einmal vom Schimmel befallen, muss dies ebenfalls gereinigt werden. Auch hier ist ein Blick in die Bedienungsanleitung ratsam. Einige Kressesiebe sind spülmaschinenfest, dann kann diese auch genutzt werden. Anderenfalls kann dieses einfach mit heißem Wasser gespült werden, da sie glasiert sind und kein Schimmel in den Ton ziehen kann.

Sprossenglas und Keimglas

Diese Verteter sind am einfachsten zu reinigen und setzt auch em wenigen Schimmel an, da die Keimsaat meistens nur wenige Tage gezogen werden. Die Sprossengläser können einfach mit heißem Wasser oder in der Spülmaschine gereinigt werden. Ist das Keimglas gereinigt kann direkt mit neuer Saat fortgeführt werden.

Warum entsteht der Schimmel?

Schimmel mag warme und feuchte Umgebungen. Da beides auch auf die Keimsaat zutrifft, müssen einige Faktoren berücksichtig werden. Beachtet man die folgende Liste, wird Schimmel nur noch sehr selten vorkommen.

  • Die Keimsaat nicht zu dicht ausäen
  • Samen nutzen, die speziell dafür gedacht sind, Sprossen selber zu ziehen
  • Zu wenig gewässert ( mind. 2. täglich )
  • Minderwertige Keimsaat, viele nicht keimende Samen
  • Keimgerät wurde nicht regelmäßig gelüftet ( am besten Deckel öffnen, wenn die Samen gekeimt sind )
  • Den Sprossenturm nicht in die pralle Sonne stellen
  • Zu hohe Umgebungstemperatur
  • Zu feuchte Umgebung z.B. Wenn die Siphons im Keimapperat nicht korrekt funktionieren
  • Frisches Wasser zum wässern nutzen d.h. kein abgestandenes Wasser etc.
  • Nicht keimende Samen aussortieren