Die Samen keimen nicht & andere Probleme

So keimen die Samen richtig - Sprosse für Sprosse

Die Samen fangen nicht an zu keimen? Die Stängel werden zu lang? Oder verbrennen die Blätter? Wir klären dich über Probleme bei der Sprossenzucht auf!

Um bei der Sprossenzucht Erfolge zu verzeichnen, müssen die Bedürfnisse der Samen und Keimlinge beachtet werden. Wir erklären die grundlegenden Maßnahmen, welche zum erfolgreichen Sprießen der Samen führen.

Im folgenden Artikel klären wir dich über die Grundzüge der Sprossenzucht auf. Wenn du diese Tipps und die Angaben zu den einzelnen Samen beachtest, kann schon fast nichts mehr schiefgehen.

Die Pfeiler der Sprossenzucht

  1. Feuchtigkeit / Wasser
  2. Temperatur / Wärme
  3. Luft
  4. Licht
  5. Keimruhe

Feuchtigkeit

Sprossen benötigen zur Keimung ausreichend und regelmäßig Wasser. Samen sollten aber nie dauerhaft nass oder sogar „überschwemmt“ sein, sondern nur angefeuchtet werden. Nur Saaten, die vor dem Keimen ein Einweichen benötigen, können mehr Nässe vertragen.

Auch ein regelmäßiges Spülen, in der Regel 2-mal täglich, sollte durchgeführt werden. Das Spülen verhindert, dass sich Keime und Verunreinigungen z.B. Hausstaub in der Kultur niederlassen.

Die Keimlinge dürfen nicht über längere Zeit trocken sein. Ohne Feuchtigkeit stellt der Keimling seine Aktivität ein und der biologische Abbau beginnt.

Bitte verwende immer frisches Leitungswasser. Solltest du die Sprossen draußen in der Erde züchten, kann auch Regenwasser verwendet werden.

Temperatur

Die optimale Temperatur der meisten Sprossensamen liegt zwischen 18 – 22 °C. Dies ist in den meisten Wohnhäusern die Raumtemperatur in weniger genutzten Räumen z.B. Flur, Kleiderzimmer. Im Sommer musst du besonders auf die Temperatur achtgeben. Ab 28 °C beginnt die optimale Temperatur für Hefezellen und Bakterien, die es zu vermeiden gilt. Ein Fenster in nördlicher Richtung kann hier für Abkühlung sorgen.

Im Winter ist die Temperatur häufig zu niedrig. Eine Terrarium Heizmatte oder eine Lampe sorgen für eine punktuelle Wärme. In der Nacht benötigt der Keimling keine Wärme, daher sollte hier die Wärmequelle abgestellt werden. Besonders im Winter sind Fensterscheiben deutlich kälter als die Raumtemperatur. Damit die Grünkräuter keinen Kälteschock erleiden, sollten diese niemals Kontakt mit der Scheibe bekommen.

Ein Zuviel an Wärme und wenig Licht kann dazu führen, dass die Stiele der Keimlinge schnell nach oben wachsen und der Sprössling nicht genügend Kraft hat um Blätter auszubilden. Unter Gärtnern wird dies als „schießen“ bezeichnet und führt zum schnelleren Verfall der Pflanze.

Luftzirkulation

Die Saat braucht genügend Platz zur Ausdehnung und für den Luftaustausch. Darüber hinaus benötigt der Keimling Sauerstoff und die grüne Pflanze Stickstoff zum Atmen. Luftzüge sollten möglichst vermieden werden, damit die Pflanzen nicht austrocknen oder einen Kälteschock erleiden.

Sprossentürme sollten täglich gelüftet werden, damit auch zwischen den Ebenen ein Luftaustausch stattfinden kann.

Da die Keimlinge sich auch gegenseitig den Raum zum Leben nehmen, dürfen nicht zu viele Samen gleichzeitig im Keimgerät angebaut werden.

Licht

Sprossen sollten nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden, dies würde sie zu stark trocknen. Indirektes Licht ist ideal, damit diese nicht zu schnell wachsen oder austrocknen.

Im Winter reduzieren sich die Sonnenstunden und auch die Sprossen erhalten weniger Licht. In diesem Fall kann eine Lampe Abhilfe schaffen.

Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren bilden nicht das gleiche Farbspektrum ab wie das Tageslicht, daher solltest du auf diese verzichten. Ideal sind hierbei spezielle Pflanzenlichter. Heutige Pflanzlichter werden auch als stromsparende LED-Variante angeboten.

Wenn du neben Licht auch Wärme benötigst, kannst du ebenfalls eine Halogenlampe verwenden.

Keimruhe

Wie jeder weiß, sind Sprossen Pflanzen und die brauchen Licht – also warum sollten diese auch Dunkelheit benötigen? Die Antwort: Es gibt Lichtkeimer und Dunkelkeimer. Wie die Namen schon sagen, brauchen manche Samen Licht und andere Dunkelheit zum Keimen. Die meisten Sprossen gehören aber zu den Lichtkeimer.

Was verhindert die Zucht?

Eine gewissenhafte Durchführung bei der Sprossenzucht ist sehr wichtig, um die hygienischen und gesundheitlichen Gefahren auszuschließen. Um einen Erfolg verzeichnen zu können, sollten folgende Punkte vermieden werden:

  • Dichtes bei einander liegen der Samen (nur in Ausnahmen unbedenklich)
  • Zu geringe Belüftung
  • Minderwertige Samenqualität: geringe Keimfähigkeit
  • Alte, kaputte oder falsch gelagerte Samen: geringe Keimfähigkeit
  • Zu feuchte Samen: Fäule des Saatguts
  • Falsch vorbehandelte Samen: Fäule des Saatguts
  • Zu seltenes Gießen der Samen: Austrocknung
  • Zu viel Licht: Austrocknung
  • Verwendung eines Metallgefäßes zur Zucht
  • Anlagerung von Pilzen im Gefäß
  • Zu hohe oder zu niedrige Temperatur. Optimal sind meist 21 °C.

Alle diese Punkte beeinflussen die Sprossenzucht im negativen Sinne und können dazu führen, dass die Samen nicht keimen. Im schlimmsten Fall fängt die gesamte Saat an zu schimmeln und ist komplett verloren. Denn bei Schimmel muss die gesamte Ernte entsorgt werden!

Meine Microgreens werden zu groß und fallen um

Wenn das Grünkraut zu schnell wächst, bleiben die Stängel dünn und fallen um. Dies variiert je nach Saatgutart. Bohnen sind hier zum Beispiel weniger anfällig, als Alfalfa oder Brokkolisprossen.

Der häufigste Grund für schnelles Wachstum ist die Suche nach Sonne. Ist der Raum zu dunkel reckt das Pflänzchen seine Blätter jeder Lichtquelle entgegen, mag sie noch so schwach sein. Dadurch bildet sich ein langer Stiel aus. In diesem Fall sollten die Microgreens mehr Licht ausgesetzt werden.

Ebenfalls kann die Umgebung zu warm sein. Hier gibt es Keimsaaten, die weniger sensitiv auf Wärme reagieren. Doch einige beginnen bei zu viel Wärme und zu wenig Licht stark zu schießen.

Wenn du die Samen in Erde anbaust, kann schnelles Wachstum auch durch Dünger passieren. Enthält die Erde zu viel Stickstoff, wachsen die Pflanzen zu schnell. Dies ist auch für die Pflanzen nicht gesund und sie werden anfälliger gegenüber Krankheiten.

Meine Pflanzen-Blätter sehen verbrannt aus

Sehen die Blätter verbrannt aus, hatten sie zu viel direkte Sonne. Die Sonne hat viel Kraft und benötigt keine Lupe, um Blätter zu verbrennen. Verbrennungen sind irreversibel und schädigen die Sprosse nachhaltig. Verbrannte Pflänzchen sollten daher entfernt und die Zucht in den Schatten verlagert werden.

Die genauen Bedürfnisse der einzelnen Sprossen

Ähnlich wie ein Mensch haben auch Samen Bedürfnisse und Forderungen, um glücklich wachsen zu können. So muss die Umgebung den unterschiedlichen Samen (etwa Kresse, Alfalfa oder Brokkolisprossen) individuell entsprechen.

Die genauen Wachstumsanforderungen der jeweiligen Samen sind im Einzelnen in unseren Artikeln der verschiedenen Sprossen nachzulesen.

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