Gerstengras-Saft und Pulver

Gerstengras – ein kostbares Gut

Gerstengrassaft ist zwar nicht so bekannt, hat aber einiges zu bieten. Mit seinem hohen Vitalstoffreichtum gilt es als wirkungsvolles Heilungsmittel und nahrhaften Drink.

Über die Gerste

Wie andere Getreidearten gehört die Gerste (Hordeum vulgare) zur Familie der Süßgräser und ist in Deutschland relativ weit verbreitet. Nicht nur das Korn ist sehr begehrt, sondern auch das Gras der Gerste. Es gehört zu den kostbarsten Lebensmitteln der Erde, da es mit seinem überdurchschnittlichem Vitalstoffreichtum einiges für den menschlichen Körper zu bieten hat.

Als Lebensmittel lässt es sich gut in die täglichen Gerichte einbauen und sorgt für keinen großen Aufwand. Der Verzehr schmeckt nicht nur, sondern hat auch eine heilende Wirkungen, die man gezielt einsetzen sollte.

Kaufen von spezieller Keimsaat hilft beim Anbau

Um den Saft der Gerste in möglichst bester Qualität zu erhalten, sollte man schon für die Aufzucht hochwertige Bio-Gerstensamen kaufen. Diese sind frei von Pflanzenschutzmitteln und garantieren ein erfolgreiches Ausbilden von Gerstengras.

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Gersten-Keimsaat solltest du bevorzugt bestellen, da diese durch ihre Keimfähigkeit seltener Schimmel ausbildet.

Eigener Gerstengrasanbau

Gerstengras gibt es relativ selten in Biomärkten, geschweige denn in Supermärkten zu erstehen. Daher ist der eigene Anbau empfehlenswert. Die Aufzucht ist nicht schwer und fordert geringen Aufwand.

Körner einweichen

Die Samen der Gerste müssen eine Nacht vorher in Wasser eingelegt werden. Am folgenden Tag kann man die aufgequollene Saat eng nebeneinander auf feuchte Erde in einer Pflanzschale verteilen. Man sollte darauf achten, dass die Samen nicht aufeinander liegen und die Erde nicht austrocknet. Daher regelmäßig befeuchten.

Sprossen oder Gras ziehen

Wenn du die Kerne in einem Keimglas anbaust, können diese nach drei Tagen als Sprossen verwendet werden. Eine perfekte Beilage, die du für Gemüsegerichte und feine Salate verwenden kannst. Beim Erd-Anbau für Gerstengras funktioniert dies nicht.

Geerntet wird das Gerstengras von mindestens 10 cm hohen Halmen. Dies dauert etwa zehn bis zwölf Tage, abhängig von den Wachstumsbedingungen.

Keimautomat: der optimale Helfer zum Selber anbauen

Für die Zucht von Gerstengras eignet sich ein Keimautomat. In dessen Behälter ist genug Platz für die Ausbildung von langen Halmen und die meiste Arbeit wird einem abgenommen. Für den Anbau einfach die spezielle Keimsaat auf dem Zuchtboden verteilen und Wasser in die entsprechende Vorrichtung geben.

Der automatische Sprinkler im Innern sorgt für eine regelmäßige Bewässerung des Keimautomaten. Wartet man sieben bis zwölf Tage ab, kann man die frischen Gräser abernten. Sie haben bis dahin eine Höhe von zehn bis fünfzehn Zentimetern erreicht.

Inhaltsstoffe des Gerstengrassaftes

Das Gerstengras an sich besticht durch eine hohe Vitalstoffdichte, die sich kaum mit der einer anderen Pflanze vergleichen lässt.

An Vitaminen gibt es die Vertreter Vitamins B1 und C zu entdecken. Auch Eisen, Kalzium und Zink sind in hohem Maße vertreten. Vor allem Zink, von dem man dachte, es sei nur in tierischen Lebensmitteln zu finden, ist hier in einer hohen Menge vorhanden.

Besonders viel Chlorophyll

Zudem ist diese Art von Süßgras mit einem reichhaltigen Schatz des grünen Pflanzenstoffs Chlorophyll gesegnet. Der antioxidative Anteil von Chlorophyll spielt in unserer Gesundheit eine wichtige Rolle.

Zudem wurde im Gerstengras ein weiteres, ungewöhnlich starkes Antioxidans gefunden. Bisher wurde das Isoflavonoid Glykosyl Isovitexin(2“-O-GIV) nur im Gerstengras entdeckt.

Es kann sowohl durch wasser- als auch durch fettlösliche Membranen von Zellen dringen und führt so zu einer erhöhten Vital- und Regenerationskraft. In Versuchen1 hat es eine höhere antioxidative Wirkung als alpha-tocopherol (Vitamin E).

Die Wirkung von Gerstengrassaft

Da Gerstengras ein zuverlässiger Lieferant für Bitterstoffe ist, werden dadurch all jene Organe positiv stimuliert, die Bitterstoffe benötigen. Zudem reizen diese die Geschmacksrezeptoren, wodurch der Appetit für gesundes Essen angeregt wird. Auch die Bildung von Magensäften wird angeregt.

Besonders gut für die Leber

Die Leber wird vor allem von enthaltenen Bitterstoffen unterstützt. Sind viele dieser Stoffe vorhanden, wird die Entgiftungstätigkeit angeregt. Verdauungssäfte werden gebildet und die Galle bleibt flüssig. Damit bleibt die Gallenblase entspannt und lässt die Galle ungehindert abfließen. Eine gute Verdauung und eine gesunde Darmflora sind die Folge.

Der Saft der Gerste wirkt basisch. Der Körper wird dadurch vor Übersäuerung und anderen Erkrankungen geschützt, die durch eine ungesunde Lebensweise hervorgerufen werden.

Bitterstoffe und Insulin

Zudem führt die Aufnahme von Bitterstoffen dazu, dass der Insulin-Gehalt im Blut gesenkt wird. Dies bremst Heißhungerattacken bei Fastenkuren und fördert dadurch die Fettverdauung.

Süßgras bei Haarausfall

Nicht nur die Leber hat etwas vom Genuss des Saftes. Denn Süßgräser haben wohl auch positive Effekte auf Haarausfall. Vor allem, wenn dieser stressbedingt ist, kann das aromatische Getränk einiges bewirken, da es den Nährstoffhaushalt wieder auf Vordermann bringt. Da der Saft täglich verzehrt werden muss, um den Haarausfall entgegenzuwirken, lohnt sich entweder die Anschaffung eines Keimautomaten oder der Kauf von Gerstengraspulver.

Gerstengraspulver

Wenn man keine Möglichkeit hat, den Saft aus frischen Gräsern herzustellen, kann man auf die ebenso gesunde Variante des Graspulvers zurückgreifen. Diese ist sehr beliebt, wenn es mal wieder schnell gehen muss. Für den täglichen Verzehr eignet sich Gerstengraspulver optimal.

In Saft oder Wasser aufgelöst kann man es auch mal zwischendurch zu sich nehmen.

Achte beim Produkt auf eine schonende Herstellung, damit seine gewollte Wirkung nicht beeinträchtigt wird. Meist gibt es das Pulver in Bioqualität zu kaufen.

Im Pulver wirken die Nähr- und Vitalstoffe im natürlichen Verbund, was bedeutet, dass sie vom menschlichen Organismus ohne größeren Energieaufwand aufgenommen werden können.

Sollte man das Gerstengrasgranulat regelmäßig kaufen, ist die Anschaffung eines Mixers oder einer Saftpresse nicht unbedingt vonnöten. Beim Selbstanbau ist eine Saftpresse oder ein Mixer sinnvoll.

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Gerstengras vielfältig verwenden

Mit den Sprossen der Gerste kann man in der Küche einiges anstellen. Sowohl die kleinen Sprossen als auch die klein geschnittenen Grashalme passen prima in Salate, Frischkäse, Soßen oder Suppen. Oft aber wird das Süßgras mit einer Saftpresse zu einem frischen, grünen Trank verarbeitet.

Beim Kauf einer Presse sollte man darauf achten, dass sie speziell auf das Pressen von Kräutern und Gräsern ausgelegt ist. Der Geschmack des Grassaftes ist sehr intensiv und wird daher oft mit anderen Säften gemischt. Hier sollte man seinen Vorlieben folgen und alles einmal ausprobieren. Auch in grünen oder Früchte-Smoothies macht er sich sehr gut.

Steckbrief

NameGerste
Lateinischer NameHordeum vulgare
FamilieSüßgräser, Gramineae
Hinweiseenthält Gluten
Einweichen6-12
Keimzeit1-2
Sprossen-Tage2-3
MikrowurzelnJa
Grünkraut-Tage10-12
Grünkraut-FarbeVon oben nach unten: Dunkelgrün über gelblichgrün bis weiß
Grünkraut-Geschmackmild, leicht erdig, grasartig
Besondere InhaltsstoffeChlorophyll, Glykosyl Isovitexin(2“-O-GIV), Beta-Glucan, γ-Aminobuttersäure (GABA)
Wirkung beiAbführmittel, Leber, Insulin-Senker

  1. Nishiyama T, Hagiwara Y, Hagiwara H, Shibamoto T. Inhibitory effect of 2"-O-glycosyl isovitexin and alpha-tocopherol on genotoxic glyoxal formation in a lipid peroxidation system. Food Chem Toxicol 1994 Nov;32(11):1047–1051. PMID:7959459 ↩︎

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