Sprossen ohne Erde anbauen

Können Sprossen wie Kresse ohne Erde wachsen?

Rucola-Microgreens in Erde angebaut

Auf unserer Seite stellen wir Verfahren vor, bei denen Sprossen wie Kresse ohne Erde gezüchtet werden. Wir klären die Vorteile der erdlosen Zucht.

Wachsen Sprossen ohne Erde?

Die Antwort auf diese Frage kann ganz klar mit „Ja" beantwortet werden. Denn die Samen haben einen Energiespeicher, ähnlich einem Ei. Der Energiespeicher versorgt den Keim-Prozess mit Nährstoffen, aus denen die wachsende Sprosse zehren kann.

Erst wenn die Pflanze größer wird, benötigt sie mehr Nährstoffe, die ihr Wasser und Erde bieten können. Auch Gärtner verwenden nährstoffarme Erde für die Anzucht von Jungpflanzen.

Gedüngte Erde ist während des Keimprozesses unwichtig und kann sogar schaden. Düngesalze können die noch feinen Wurzeln schädigen.

Kresse, Alfalfasprossen oder auch andere Microgreens können ohne Erde gezüchtet werden. Brauchen die Microgreens über 10 Tage zum Wachsen, kann der Anbau in Erde sinnvoll sein. Für Grünkräuter sollte nur schwach gedüngte Anzuchterde verwendet werden.

Werden dabei nicht wichtige Nährstoffe verbraucht?

Für den Wachstumsprozess benötigt der Samen Stärke, Eiweiß und Öle aus den Energiespeichern. Öle bzw. Fette und Stärke sind sehr energiereiche Nährstoffe. In Kombination mit Eiweiß bildet es die Bausteine für die angehende Pflanze.

Die Stärke ist jedoch nicht direkt nutzbar. Sie wird im Keimprozess zunächst in einfache Zucker umgewandelt. Der Einfachzucker wird Malz genannt. Dieser Prozess ist auch die Grundvoraussetzung beim Bierbrauen.

Den selbst gebildeten Zucker verwendet der Sprössling solange, bis sich die grünen Blätter gebildet haben. Danach können sie sich Zucker aus Kohlendioxid, Licht und Wasser herstellen. Dabei ist Chlorophyll sehr wichtig, denn Lichtenergie kann nur durch diesen Farbstoff verarbeitet werden.

Samen sind sehr nährreich. Der Keimling verbraucht jedoch nicht die Inhaltsstoffe, sondern wandelt sie nur um. Als Genießer von Sprossen hat dies einen Vorteil.

Im Samen finden viele Stoffwechselaktivitäten statt. Energiereiche Reserven wie Stärke und Fett werden in Eiweiß und sekundäre Pflanzenstoffe umgewandelt. Der Energiegehalt sinkt, die wichtigen Inhaltsstoffe steigen. Da die meiste Nahrung sehr kalorienreich ist, sind Sprossen eine ideale Ergänzung für die tägliche Ernährung.

Hat der erdlose Anbau Vorteile?

Eindeutig, denn für den Verzehr ist die Sprosse bereits sauber. Es stört keine Erde oder Steinchen an den Wurzeln. Nur auf diesem Weg können Weizensprossen oder Roggensprossen gezüchtet werden. Doch auch Grünkräuter profitieren. Diese können samt Wurzel verzehrt werden.

Zwar entstehen zunächst für die Anschaffung Kosten für das Keimgerät, jedoch sinken die laufenden Kosten schnell. So wird keine Watte oder Vlies mehr benötigt.

Für einen regelmäßigen Sprossenanbau empfehlen wir daher, ein Keimgerät, ein Kressesieb oder ein Keimglas zu kaufen.

Gibt es auch Nachteile?

Bei Microgreens, welche länger als eine Woche wachsen, werden weitere Nährstoffe benötigt. Der Samen ist “ausgezehrt”. Für Keimsaaten mit längerem Anbau z.B. Weizengras, empfehlen wir den Anbau in Anzuchterde. Leider sind beim Anbau in Erde die Wurzeln nicht mehr essbar.

Experiment für Kinder

Gesundes, vor allem aber grünes „Zeug" im Essen, wird bei Kindern meist nicht hoch angesehen. Es gibt jedoch Tricks, wie sie Grünzeug lieben lernen. Beschäftigen sich Kinder mit dem Anbau der Pflanzen, werden sie es lieber essen. Selbstgemacht schmeckt immer noch am besten!

Wir haben ein kleines Experiment vorbereitet, dass man im Artikel "Kresse Experiment" genauer nachlesen kann. Hier kann manch Erwachsener noch etwas lernen.

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