Sojasprossen

Sojasprossen: der vegetarische Fleischersatz

Über Nacht eingeweichte Sojabohnen

Neben der Kresse gehört die Sojasprosse zu den bekanntesten Sprossen in unserem Kulturkreis.

Auch unter den Bohnen gehört die gelbe Sojabohne zu allgemein Geläufigen. Nicht nur in Form von Tofu hat sie in Sachen Nährstoffe einiges zu bieten, sondern auch ihre Sprossen zeichnen sich durch üppigen Inhalt aus.

Sojasprossen sind allerdings schwerer zuhause zu ziehen, als andere Saaten. Dies liegt daran, dass die fordernde Pflanze stark zu Schimmel neigt. Erfahre hier, wie du diesen vermeiden kannst.

Gelbe Sojabohnen-Keimsaat im Internet kaufen

Sojabohnen bzw. Sojasprossen sind die bekanntesten Vertreter der Sprossen. Trotz dieses Faktes gibt es kaum die Möglichkeit spezielle Sojabohnen-Keimsaat zu erstehen, die man für die hauseigene Ernte verwenden kann.

Allerdings kann man auf Bio-Sojabohnen zurückgreifen, die auch für den Verzehr geeignet sind. Sie weisen eine gute Qualität auf und wurden sorgsam geerntet. Trotzdem muss man des Öfteren eine verminderte Keimkraft in Kauf nehmen, da sie keine ausgewiesene Keimsaaten sind. Wir führen hier ein paar Anbieter auf, bei denen man hochwertige Sojabohnen günstig im Internet bestellen kann.

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Allgemeines zum Anbau

Bei Sojabohnen ist das Problem, dass sie schnell zu Schimmel neigen. Daher müssen diese besonders gründlich und zuverlässig gespült werden. Vor allem im Sommer ist es wichtig, damit Reststoffe weggespült werden und kein Schimmel entsteht. Vernachlässigt man diese Pflicht, gehen die Bohnen zum Verderb über.

Soja-Keimlinge selber ziehen

Hat man sich für die herkömmlichen Sojabohnen entschieden, ist die Zucht von Sojakeimlingen nicht ganz einfach. Dazu kann man wahlweise ein Sprossenglas, ein Keimgerät oder einen Keimautomaten verwenden. Ein Kressesieb ist nicht geeignet.

Im Keimglas ziehen

Die simpelste Anbaumethode für diese Art von Sprossen ist das Keimglas. Einfach die Keimsaat in das Glas legen und mit lauwarmem Wasser füllen. Nach einer Einweichzeit von 15 Stunden kann das Wasser abgegossen werden. Nun müssen die Sprossen zwei bis dreimal täglich mit Wasser gespült werden.

Nach 4 bis 5 Tagen sollte sich das Volumen stark vergrößert haben. Zu dieser Zeit haben sich auch kleine Keimfortsetze gebildet. Die Sojasprossen sind nun bereit für die Ernte und den Verzehr.

Im Keimgerät anbauen

Auch die Aufzucht im Keimgerät ist mit dieser Art von Sprossen möglich. Da die Sojasprossen kein Grünkraut bilden, kann in der obersten Ebene ein anderes Grünkraut angepflanzt werden.

Die Einweichzeit von 15 Stunden muss hier ebenfalls eingehalten werden. Die optimale Temperatur von 22 °C solltest du nicht überschreiten. Verwendet man eine Tasse Samen, so erhält man vier bis fünf Tassen Sprossen.

Im Keimautomaten züchten

Ohne großen Aufwand kann man Sojasprossen auch schön im Keimautomaten züchten. Neben der Einweichzeit von 15 Stunden und einer Reifedauer von vier bis fünf Tagen muss man kaum etwas beachten, da der Automat die meiste Arbeit abnimmt. Man muss nur Samen und Wasser in den Automaten geben, das Wässern übernimmt das Gerät.

Schimmel bei Sojasprossen

Wie erwähnt, leiden die Sprossen sehr schnell unter Schimmelbefall. Daher ist es besonders wichtig, dass man bevorzugt Soja-Keimsaaten verwendt. Leider sind diese nicht einfach zu beschaffen.

Wenn du daher getrocknete Sojabohnen im Geschäft kaufen möchtest, achte darauf, dass möglichst viele unbeschadet aussehen.

Beim Anbau musst du sehr gründlich vorgehen, sodass keine unnötigen Keime an deine Sprossen-Kultur kommen. Hier empfehlen wir dir gerne unseren Artikel über Schimmel.

Wie machen es professionelle Hersteller?

Wenn Schimmel oder Verderb so ein Problem bei Keimlingen sind, wie machen es dann die ganzen Hersteller? Sie nutzen dabei einen einfachen Trick. Die Bohnen werden in Wasserstoffperoxid oder Milchsäure entkeimt. Dadurch neigen sie weniger zu Schimmel.

Inhaltsstoffe der Sojabohnen

Was die Sojabohne besonders auszeichnet, ist ihr Gehalt an Proteinen. 36 % pflanzliches Eiweiß sind darin enthalten, dreimal so viel wie in Hühnerfleisch. Die biologische Wertigkeit für Soja liegt bei 96 und zählt somit zu einer guten Eiweißquelle.

20 % Fettanteil kann in einer Sojabohne vorliegen, mit einem hohen Anteil an Linolsäure. Weiterhin findet man 24 % Kohlenhydrate und 2 % Lecithin in den leckeren Böhnchen.

Geringe Mengen an A, B1, B2, Niacin, Pantothensäure, C, E, K, Karotin und Biotin sind ebenfalls vorhanden. Reich an Mineralien kann sie sich mit Kalzium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Natrium, Chlor und Schwefel brüsten.

Sojasprossen sind gesund

Durch den Enzymprozess werden die Inhaltsstoffe gewandelt. Hormone und Vitamine bilden sich neu und vermehren sich. Der Anstieg des Vitamin C ist sehr hoch. Der Gehalt der hochwertigen Fette steigt im Vergleich zu ungekeimten Sojabohnen ebenfalls an. Die komplexen organischen Verbindungen, wie Mineralien oder Ballaststoffe, liegen nach dem Prozess in leichter aufzunehmenden Formen vor.

Phytinsäure hemmt die Aufnahme

Einen Haken hat die Sojabohne jedoch: sie ist ebenfalls reich an Phytinsäure. Diese Säure hindert unseren Körper bei der Aufnahme von Mineralien wie Eisen oder Kalzium. Bei der Fermentierung oder dem Sprossenanbau wird die Phytinsäure der Sojabohne abgebaut. Dies bedeutet, dass die Mineralien mit zunehmender Sprossung besser bioverfügbar werden.

Die Sojabohne im medizinischen Einsatz

Mit ihrem hohen Anteil an Proteinen ist die Sojabohne der optimale Eiweißträger für Menschen, die an Rheuma oder Gicht leiden. Wenig Stärke macht sie auch für Diabetiker und Allergiker verzehrgeeignet. In Bodybuilder Kreisen ist sie schon lange Teil der täglichen Nahrung.

Was hat es mit Mungobohnen auf sich?

Da die Mungobohne auch grüne Soja genannt wird, ist es nicht verwunderlich, wenn wir dessen Keimlinge als Sojasprossen bezeichnen und es häufig zu Verwechslungen kommt.

Die eigentliche Sojapflanze ist die gelbe Soja. Abgesehen davon, dass beides Hülsenfrüchte sind, unterscheiden sich die beiden Arten deutlich voneinander.

  • Mungobohne: grüne Soja
  • Gelbe Soja: die eigentliche Sojapflanze

Wie unterscheiden sich die Mungobohnen von den gelben Sojasprossen?

Die Samen der Mungobohne sind grün. Die Körner der gelben Soja sind, wie der Name bereits deuten lässt, gelb bis beige. Des Weiteren sind die meisten Sojabohnen etwas größer und führen so zu dickeren Sprossen.

Verwendung der Keimlinge in der Küche

Da es sich bei den Sprossen der Sojapflanze ebenfalls um Hülsenfrüchte handelt, müssen diese vor dem Verzehr erhitzt werden. Der Geschmack ist leicht mehlig, eignet sich dennoch für viele Gerichte, wie Suppen, Eintöpfe und Wok-Gerichte.

Sojasprossen besser nicht roh essen

Hülsenfrüchte sind nicht für den rohen Verzehr geeignet, da sie Phasin enthalten. Zwar ist der Gehalt an giftigem Phasin in den Sprossen geringer und sinkt durch das Einlegen in Gläsern oder Dosen noch mehr ab. Aber erst durch das Erhitzen wird das Gift komplett abgebaut. Da jedoch bei Sprossen bereits weniger davon vorhanden ist, reicht ein kurzes Blanchieren.

Die Sojapflanze

Die gelbe Sojabohne, oft nur Soja genannt, gehört zu den Hülsenfrüchten und der Familie der Schmetterlingsblütler. Sie weist eine hohe Artenvielfalt auf, wobei die gelbe Sojabohne zu den am längsten Verwendeten gehört. Wenn sie blüht, wachsen purpurne und weiße Blumen buschig um den Stamm der Bohne.

Geschichte der Sojabohne

Unter der Vielzahl der Bohnen gilt die Sojabohne als „Eva", also als Bohne mit dem größten revolutionären Potenzial. Ein alter Spruch besagt: Bohnen sind mit dem Menschen zugleich aus dem Urschlamm hervorgegangen.

Seit etwa 3000 v. Chr. wurde in Nordostchina die Sojabohne als Nahrungsmittel verwendet. Dort gab es für die vielseitige Bohne einige Namen und war als “vegetarisches Fleisch” anerkannt. Die heutige Verwendung als Fleischersatz ist daher nicht neu.

Allerdings hat es lange gedauert, bis sie auch im Westen als Nahrungsmittel etabliert wurde. Oft wurde die Sojabohne nur als Futter für die Tiere verwendet. Bis heute sind Mais und Soja Kraftfutter für die Viehwirtschaft.

Der Anbau stieg drastisch nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit war dessen Eiweiß als Nährmittel für die Armen unverzichtbar.

Heute wird auf 6 % der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche Soja angebaut. Sie ist die meistgehandelte Nutzpflanze und die wichtigste Ölsaat weltweit.

Steckbrief

NameSojabohne
Lateinischer NameGlycine max (L.) Merr.
FamilieHülsenfrüchtler, Fabaceae
Einweichen15
RohNein
Keimzeit2-3
Sprossen-Tage4-5
Besondere InhaltsstoffeIsoflavone
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